Feiertag des Buches

23. April 2012

Zum Welttag des Buches bekränze ich das gerade heute fertig gewordene Manuskript mit angemessenem Blumenschmuck.

Dem Buch allgemein und dem Schreiben im Besonderen habe ich meine Brötchen zu verdanken, meine geistige Gesundheit, meine Freude und manchmal auch mein Leid. Es liegt mir sehr am Herzen, mindestens genauso sehr wie meine Leserinnen und Leser, die ich immer im Hinterkopf habe: bei der Planung, beim Schreiben, beim Überarbeiten. Ein zielgruppenfreies Schreiben kenne ich nicht. Das mag mit meiner pädagogischen Ausbildung oder meinem persönlichen Hintergrund zu tun haben. Schreiben als Selbstbefreiung oder Therapie kenne ich nicht oder zumindest nicht als Ansatz zum Schreiben. Natürlich tut mir das Schreiben gut, es hilft in vielen Situationen, aber das war immer eher Nebenprodukt als Grund.

Umso – wie soll ich sagen – erschütternder? war ein Erlebnis gestern. Ein (angefordertes) Romanexposé wurde zurückgeschickt mit der Bitte, es „oberflächlicher, weniger in die Tiefe gehend, vordergründiger“ zu gestalten. Natürlich gibt es auch eine Begründung für diesen Wunsch. Doch der tut hier nichts zur Sache. Erschütternd finde ich diesen Wunsch, weil psychologische Tiefe doch gerade das ist, was wir im Buch suchen. Sonst können wir auch alle Daily Soaps konsumieren und uns dabei genüsslich langweilen.

Oder seht ihr das anders?

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